Völker Russlands: Chakassen
Die Chakassen sind ein indigenes turksprachiges Volk in Südsibirien mit über 60.000 Angehörigen. Der größte Teil von ihnen lebt in der Republik Chakassien. Sie selbst bezeichnen sich als Tadaren. Der Ethnonym „Chakassen“ entstand in den ersten Jahren der Sowjetmacht – die Bolschewiki entnahmen ihn alten chinesischen Chroniken.
Jahrhundertelang war die Pferdezucht die wichtigste traditionelle Beschäftigung der Chakassen. Das Pferd wurde als Reit- und Lasttier genutzt, es diente als Milchquelle, seine Häute wurden im Alltag verwendet, und die Haare – bei der Jagd und beim Fischfang. Allen anderen Vergnügungen zogen die Chakassen Pferderennen vor.
Die Grundlage der chakassischen Küche bildet Talgan – Mehl aus gerösteter und gemahlener Gerste oder Weizen. Daraus werden Brei und Suppen zubereitet, aber auch mit Honig, Nüssen und Trockenbeeren vermischt und zu nährstoffreichen, schmackhaften Bällchen geformt. Unter den Getränken ist Ayran, hergestellt aus saurer Milch, sehr beliebt.
Das wichtigste Nationalfest der Chakassen ist „Tun Pajram“ – das Fest des ersten Ayrans. Historisch markierte es den Umzug der Viehherden von den Winter- zu den Sommerweiden und die Rückkehr der frischen Milchprodukte. Heute wird es mit Konzerten, Wettbewerben, Verkostungen chakassischer Spezialitäten und sportlichen Veranstaltungen gefeiert.