Völker Russlands: Tschuwaschen
Mehr als eine Million Angehörige dieses turksprachigen Volkes leben in Russland, vorwiegend in der Republik Tschuwaschien. Der gängigsten Theorie zufolge stammen die Tschuwaschen von den alten turksprachigen Bulgaren ab, die im 7. Jahrhundert vom Schwarzmeergebiet in das mittlere Wolgagebiet einwanderten.
Die tschuwaschische Sprache ist der letzte überlebende Vertreter des bulgarischen Zweigs der Turksprachen. Sie ist mit den ausgestorbenen Sprachen der mächtigen Chasaren und Hunnen verwandt. Runen, arabische Schrift und das lateinische Alphabet wurden im Laufe der Geschichte zur Aufzeichnung des Tschuwaschischen verwendet, heute wird das kyrillische Alphabet genutzt.
Die Tschuwaschen sind ein Ackerbauvolk, und eines ihrer wichtigsten Feste ist Akatuj („Pflugfest“). Es markiert das Ende der Feldarbeiten im Frühjahr. Zu den Feierlichkeiten gehören Sportwettkämpfe, Ausstellungen, Jahrmärkte und eine Modenschau der Nationaltrachten.
Die tschuwaschische Küche ist berühmt für ihre Vielfalt an Suppen: Fleisch-, Fisch- und Pilzbrühen, Grünkohlsuppen, Milchsuppen und kalte Suppen. Auch gefüllte Piroggen mit Getreide, Gemüse, Quark, Fleisch oder Beeren sind sehr beliebt. Eines der Hauptgerichte ist Schartan – ein gebackener Hammelmagen, gefüllt mit Hammelfleisch und Knoblauch.