Völker Russlands: Kumyken
Die Kumyken sind das größte Turkvolk des Nordkaukasus. In Russland leben über 565.000 Kumyken, vor allem in der Republik Dagestan. Nach der verbreitetsten Theorie stammt die Bezeichnung „Kumyk“ vom Namen der mächtigen Nomaden des Mittelalters – der Kumanen (Polowzer).
Die kumykische Sprache war lange Zeit die Lingua franca des Nordkaukasus, bis sie vom Russischen verdrängt wurde. Die Tschetschenen nannten sie „basar-mott“, also „Marktsprache“ oder „Sprache des Handels“. Die kumykische Sprache wurde unter anderem von dem Schriftsteller Lew Tolstoi und dem Dichter Michail Lermontow erlernt.
Die Kumyken waren seit jeher für ihre herausragenden Waffenschmiede bekannt. Ihre scharfen Dolche und Säbel sowie mit Gold oder Silber verzierte Gewehre und Pistolen fanden weit über den Kaukasus hinaus Anerkennung. Auch Alexander Dumas (der Ältere) äußerte sich während seiner Russlandreise voller Bewunderung über die handwerkliche Kunst der Kumyken.
Das wichtigste Gericht der kumykischen Küche ist der Chinkal – in Fleischbrühe gekochte Stücke ungesäuerten Teigs. Ebenfalls beliebt sind die Teigtaschen „Kurse“, die kräftige Fleischsuppe „Schorpa“ sowie „Dolma“ – mit Fleisch gefüllte Weinblätter.