Völker Russlands: Lesgier
Die Lesgier sind ein indigenes Volk des Kaukasus. In Russland leben über 488.000 Angehörige dieses Volkes, von denen die überwiegende Mehrheit im Süden Dagestans ansässig ist. Sie bekennen sich überwiegend zum sunnitischen Islam. Daneben gibt es eine kleine Gruppe schiitischer Lesgier, die kompakt im einzigen Dorf Miskindscha lebt.
Der mitreißende und energiegeladene Tanz Lesginka entstand in der Antike unter den Lesgiern im Süden Dagestans und verbreitete sich später im gesamten Kaukasus. Heute ist er auch weit über die Grenzen Russlands hinaus bekannt. Man nimmt an, dass die Lesginka einst Teil eines Rituals war, das Krieger vor der Jagd oder vor dem Krieg vollzogen.
Die Lesgier haben ihren eigenen Volkshelden namens Scharwili. Dieser außergewöhnlich starke und tapfere Krieger, Beschützer des Volkes und der Freiheit, soll im 3. Jahrhundert n. Chr. gelebt haben. In der Antike wurde ein gleichnamiges Heldenepos über Scharwili verfasst, und heute findet ihm zu Ehren jedes Jahr ein Fest im Dorf Achty, dem vermeintlichen Geburtsort des Helden, statt.
Die Lesgier lieben Afary (russ. „афары“) – Fladenbrote aus hauchdünnem Teig mit einer Füllung aus Kürbis, Rettich, Rote-Bete-Blättern oder sogar Brennnesseln! Kein Festmahl kommt ohne den Kuchen Zkan (russ. „цкан“) aus, der mit Lammfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und gehackten Walnüssen zubereitet wird.