Völker Russlands: Kabardiner
Über eine halbe Million Kabardiner leben in Russland, vorwiegend in der Republik Kabardino-Balkarien. Zusammen mit einigen benachbarten Völkern gehören sie zur adygischen (tscherkessischen) Ethnokultur. Die Vorfahren der Kabardiner siedelten sich bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. im Nordkaukasus an.
Die meisten Kabardiner sind sunnitische Muslime. Der Islam verbreitete sich im Zuge der Expansion des Osmanischen Reiches im 15. Jahrhundert und etablierte sich schließlich im 18. Jahrhundert. Die in Nordossetien lebenden Mozdoker Kabardiner sind hingegen orthodoxe Christen.
Kabardiner sind für ihre exzellente Pferdezucht bekannt. Die von ihnen entwickelte Kabardiner-Pferderasse zeichnet sich durch ihre Stärke und Ausdauer aus. Sie gedeiht sowohl im Flachland als auch im Hochland. Ihre Beliebtheit reicht längst über den Kaukasus und Russland hinaus.
Das typische Gericht der kabardinischen Küche ist Gedlibsche – Hühnerfleisch, geschmort mit Zwiebeln und Knoblauch in einer dicken Sauerrahmsauce. Ebenfalls beliebt ist getrocknetes, geräuchertes oder gepökeltes Fleisch – Ljagur – das oft mit einer kabardinischen Hirsepaste serviert wird.