Völker Russlands: Dolganen
Die Zahl der Dolganen beträgt etwas mehr als achttausend. Die meisten von ihnen leben auf der Halbinsel Taimyr in der Region Krasnojarsk. Dieses Turkvolk ist eines der jüngsten Völker Russlands. Es entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Vermischung von Jakuten, Ewenken und Russen.
Unter den Völkern des Nordens fallen die Dolganen besonders durch ihre farbenfrohe und schöne Kleidung auf. Früher nannte man sie sogar die „Aristokraten der Tundra“. Das wichtigste Merkmal ihrer Tracht sind kunstvolle und vielfältige Ornamente. „Kleidung ohne Ornament hat keine Seele“, sagen die Dolganen gern.
Nach den traditionellen Glaubensvorstellungen der Dolganen gibt es eine obere himmlische, eine mittlere irdische und eine untere unterirdische Welt. Nur der Schamane kann zwischen ihnen allen reisen. Er ist Vermittler zwischen den Menschen und den guten Geistern sowie Beschützer vor bösen Geistern. Heute bekennt sich die Mehrheit der Dolganen zum orthodoxen Christentum.
Rentierfleisch bildet die Grundlage der traditionellen Ernährung der Dolganen. Das Fleisch wird roh, gekocht, getrocknet, geräuchert oder gefroren verzehrt, und aus dem Blut des Rentiers werden Suppe und Wurst hergestellt. Ebenfalls sehr beliebt ist das Gericht Kyspyt (rus. „кыспыт“, Stroganina) – in feine Späne geschnittener gefrorener Fisch.