Völker Russlands: Wepsen
Dieses finno-ugrische Volk zählt nur etwa fünftausend Angehörige, von denen die meisten in der Republik Karelien leben. Bis 1917 wurden die Wepsen als Tschuden bezeichnet. Man geht davon aus, dass sie im 9. Jahrhundert eine wichtige Rolle bei der Entstehung des altrussischen Staates spielten.
Die wepsische Sprache gehört zu den wenigen Sprachen Russlands, deren Schrift auf dem lateinischen Alphabet basiert. Heute ist sie stark vom Aussterben bedroht. Nur etwas mehr als zweitausend Menschen sprechen sie noch – überwiegend Angehörige der älteren Generation.
Die Wepsen nahmen das Christentum bereits im 11. bis 12. Jahrhundert an, und heute bekennt sich die Mehrheit von ihnen zum orthodoxen Glauben. Sie haben sogar ihren eigenen Heiligen – den heiligen Alexander Swirski, der wepsischer Herkunft war. Er gilt als der einzige russische Heilige, dem die Heilige Dreifaltigkeit erschienen ist.
Die Grundlage der wepsischen Ernährung bildet Roggenbrot. Daraus werden dünne Fladenbrote namens „Skanzy“ (rus. „сканцы“) sowie kleine offene Piroggen, die „Kalitki“ („калитки“), zubereitet. Die Füllung besteht traditionell aus Kartoffelpüree, Graupen-, Gersten- oder Reisgrütze.