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Wie Tolstoi sich mit Turgenew wegen eines Sofas zerstritt!

Ende März 1861 besuchte Lew Tolstoi Iwan Turgenew erneut in seinem Spasskoje-Anwesen, von wo aus die beiden auf die Jagd gehen wollten.

Turgenew hatte gerade seinen Roman „Väter und Söhne“ beendet und bot seinem Gast an, das Manuskript zu lesen. Tolstoi ließ sich auf dem weichen türkischen Sofa, das wegen seiner einschläfernden Wirkung den Spitznamen „Samson“ trug, nieder und begann zu lesen. Dabei schlief er unabsichtlich ein. Turgenew war ihm jedoch nachtragend.

Sofa aus dem Turgenew-Haus
Sergei Pjatakow / Sputnik

Im Juni desselben Jahres frühstückten Tolstoi und Turgenew mit dem Dichter Afanassi Fet auf dessen Gut in Stepanowka. Während des Gesprächs fragte die Frau des Gastgebers Turgenew nach der neuen Gouvernante aus England, die seine Tochter unterrichtete. Er antwortete, er sei sehr erfreut und erzählte begeistert, dass sie das Mädchen dazu anhielt, die Kleidung der Armen zu flicken. Auf diese Weise wollte die Lehrerin ihr Mitgefühl und Empathie für das einfache Volk vermitteln. Tolstoi hielt diese Praxis für heuchlerisch und theatralisch.

Herrenhaus auf dem Gelände des Museumsreservats „Spasskoje-Lutowinowo“ im Landkreis Mzensk
Konstantin Leifer / TASS

„Ich werde dich mit einer Beleidigung zum Schweigen bringen!“, rief Turgenew und stürmte aus dem Zimmer.

Der Konflikt eskalierte derart, dass Tolstoi Turgenjew schließlich zum Duell forderte. Das Duell fand nie statt, doch die beiden Schriftsteller blieben entfremdet und sprachen die nächsten 17 Jahre kein Wort miteinander.