8 literarische Orte auf der Karte von St. Petersburg

Fenster nach Russland (Foto: Alexei Danitschew/Sputnik; lasagnaforone, blinow61/Getty Images; Skif-Kerch (CC BY-SA 4.0)) / undefined
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Im Laufe der Jahrhunderte ist die Stadt selbst zu einem literarischen Werk geworden, das man im Wesentlichen wie die Seiten russischer Klassiker „durchblättern“ kann.

1. Der eherne Reiter / Bronzener Reiter

blinow61 / Getty Images
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Das Reiterdenkmal Peters des Großen verdankt seinen Beinamen „der eherne Reiter“ dem Dichter Alexander Puschkin. In seinem gleichnamigen Gedicht verherrlicht der Autor die Stadt, und viele Passagen daraus sind zu Redewendungen geworden. Der Handlung zufolge verliert der Protagonist nach dem Tod seiner Geliebten in einer verheerenden Flut den Verstand. So macht er sich auf, seinen Zorn am „ehernen Reiter“ – Peter, dem Stadtgründer – auszulassen.

2. Kolomna – das Viertel aus „Schuld und Sühne“

Denis Mamin / Getty Images
Denis Mamin / Getty Images

Wandern Sie auf den Spuren Rodion Raskolnikows, steigen Sie in einen Hofbrunnen und zählen Sie die dreizehn Stufen, die zum alten Pfandhaus führen … In St. Petersburg existieren viele Schauplätze aus Dostojewskis Romanen noch heute. Und die „Weißen Nächte“ selbst sind in seinem gleichnamigen Buch verewigt.

3. Kabarett „Brodjatschaja Sobaka“ („Streunender Hund“)

Kunstcafé „Brodjatschaja Sobaka“ (rus. „Бродячая собака“)
Kunstcafé „Brodjatschaja Sobaka“ (rus. „Бродячая собака“)

Ein legendärer Ort aus dem Silbernen Zeitalter der russischen Literatur. Vor der Oktoberrevolution von 1917 trafen sich hier die berühmtesten Dichter: Anna Achmatowa, Lew Gumiljow, Ossip Mandelstam und Wladimir Majakowski. Auch heute noch ist es ein Künstlertheater mit Kabarettcharakter, in dem Gedichte rezitiert werden.

4. Murusi-Haus

Alexandrovy AG (CC BY-SA 4.0)
Alexandrovy AG (CC BY-SA 4.0)

In diesem Wohnhaus am Litejny-Prospekt lebte Nikolai Leskow und schrieb sein berühmtes Werk „Der Linkshänder“. Später mieteten die Symbolisten Dmitri Mereschkowski und Sinaida Gippius dort eine Wohnung, und die bedeutendsten Persönlichkeiten aus Literatur und Kunst gingen dort ein und aus. Nach der Revolution wurde im Haus das „Sowjetische Dichterhaus“ eingerichtet. Auch Iossif Brodski lebte dort in einer kleinen Wohnung; heute befindet sich dort sein „Anderthalb Zimmer“ (rus. „Полторы комнаты“).

5. Das Fontänenhaus

Skif-Kerch (CC BY-SA 4.0)
Skif-Kerch (CC BY-SA 4.0)

In diesem Palast am Ufer der Fontanka befand sich schon unter den ersten Besitzern, den Grafen Scheremetew, ein Salon der gehobenen Gesellschaft, in dem sich Schriftsteller, Musiker, Künstler und Gelehrte trafen. Bekannter ist er jedoch als Wohnort der Dichterin Anna Achmatowa, die dort über 30 Jahre lebte. Heute beherbergt ihre Wohnung ein Gedenkmuseum mit erhaltener Originaleinrichtung, in dem man Aufnahmen von Achmatowa beim Vortragen ihrer Gedichte anhören kann.

6. Major Kowaljows Nase

Alexei Danitschew / Sputnik
Alexei Danitschew / Sputnik

In der Stadt gibt es viele Denkmäler für literarische Figuren, aber nicht für deren einzelne Körperteile! Gemeint sind hier natürlich die fantastischen Erzählungen Nikolai Gogols, der St. Petersburg einen ganzen Zyklus widmete. In einer davon – „Die Nase“ – löst sich eines Tages die Nase des Majors Kowaljow und beginnt ein Eigenleben zu führen. Ihr wurde ein Denkmal errichtet.

7. Wohnungsmuseum von Alexander Blok

Alexander Demjantschuk / TASS
Alexander Demjantschuk / TASS

Alexander Blok, einer der bedeutendsten Dichter des 20. Jahrhunderts, verbrachte seine letzten Lebensjahre in einer bescheidenen Wohnung am Ufer des Flusses Prjaschka – fast am Stadtrand. Doch gerade diese Wohnung wurde zum Treffpunkt vieler Schriftsteller und prägender Persönlichkeiten jener Zeit. Auch der Dichter Sergei Jessenin, der später selbst zu einer Ikone der russischen Dichtung werden sollte, kam dorthin, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.

8. Puschkins Wohnung an der Moika

 Alex 'Florstein' Fedorov, Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Alex 'Florstein' Fedorov, Wikimedia (CC BY-SA 4.0)

In Russland wird der größte Dichter des Landes aller Zeiten besonders verehrt, und fast jeder Ort, an dem er lebte oder sich aufhielt, ist heute ein Museum. Doch diese Wohnung am Ufer der Moika gilt zu Recht als eine der wichtigsten Gedenkstätten Puschkins. Hier, nur einen Steinwurf vom Kaiserpalast entfernt, verbrachte der Dichter die letzten (eher glücklichen) Jahre seines Lebens, und dorthin wurde er nach seinem letzten Duell, tödlich verwundet, gebracht.

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