Völker Russlands: Komi-Permjaken
Etwa 95.000 Angehörige dieses finno-ugrischen Volkes leben in Russland, die meisten davon in der Region Perm an der Grenze zwischen Europa und Asien. Sie sind am engsten mit den Komi-Syrjänen und Udmurten verwandt. Der Ethnonym „Komi“ kann sowohl „am Fluss Kama lebend“ als auch „Mann, Mensch“ bedeuten, während „Perm“ „Land jenseits der Grenze“ heißt.
Die Komi-Permjaken gehören zu den wenigen Völkern, die die Tradition des Spiels auf der mehrflötenartigen Peljana (rus. пэляна) bewahren. Dieses Instrument wird ausschließlich von Frauen gespielt. Allerdings unterscheiden sich die Spielweisen junger Mädchen und verheirateter Frauen deutlich.
Die Komi-Permjaken haben einen einzigartigen Feiertag, „Ai, da ryschik!“ („Ach, was für ein Reizker!“), der einem in der Region Perm beliebten Pilz gewidmet ist. Zu den Feierlichkeiten gehören ein Wettbewerb um den besten Pilzsammler, ein Kurs für Gäste, in dem ihnen beigebracht wird, wie man Pilze richtig einlegt, und das Verwöhnen der Gäste mit T'schaka Schid (einer Pilzsuppe).
Zu den bekanntesten Gerichten der komi-permjakischen Küche gehören Possikuntschiki. Das sind kleine, halbmondförmige frittierte Teigtaschen mit einer Füllung aus Fleisch, Fisch, Kürbis, Pilzen, Käse, Beeren oder jungen Ackerschachtelhalm-Trieben, den sogenannten Pistiki. Serviert werden sie mit einer Sauce aus saurer Sahne oder Senf.