Völker Russlands: Zachuren
Die Zachuren gehören zu den ältesten Völkern des Kaukasus. Ihre Geschichte reicht bis zum mächtigen Staat Kaukasus-Albanien zurück. Sie erinnern sich an die Invasionen der Truppen des römischen Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus. Heute leben über 12.000 Zachuren in Russland, vorwiegend im Südwesten Dagestans.
Das Ethnonym „Zachuren“ geht auf den Namen des Auls Zachur zurück. Heute ist es eine kleine Siedlung an der Grenze zu Aserbaidschan, doch einst war sie die Hauptstadt einflussreicher Königreiche, Khanate und Sultanate. Die Zachuren selbst nennen sich Jichby (йихъбы).
Die älteste Religion der Zachuren war der Zoroastrismus, und noch heute finden sich in ihren Siedlungsgebieten Überreste alter zoroastrischer Heiligtümer. Das Christentum begann sich bereits im 4. Jahrhundert unter ihnen auszubreiten. Heute bekennen sie sich zum sunnitischen Islam.
Das beliebteste Gericht der zachurischen Küche ist Chinkal. Lamm oder Rindfleisch wird mit Kartoffeln und hauchdünnem, in kleine Stücke geschnittenem Teig serviert. Die Zachuren backen außerdem Kjuzyar-Tschudu (кьуцяр-чуду), ein Fladenbrot, gefüllt mit Fleisch, Quark oder süßem Kürbis.