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Was geschieht auf dem Gemälde von Nikolai Koschelew?

Kunstmuseum Jaroslawl
In einer Zeit, als es noch kein Fernsehen und kein Internet gab, hörten die Menschen den Erzählungen von Wanderern zu.

Im Mittelpunkt von „Die Wanderin“ aus dem Jahr 1867 steht eine Bauernhütte, in der eine Gruppe von Menschen gebannt einer älteren Frau in einfacher Kleidung zuhört. Sie sitzt an einem Tisch – offenbar nach einer Mahlzeit – und erzählt eine Geschichte, die sie offensichtlich auswendig vorträgt. Die Erwachsenen scheinen sich das Beschriebene bildlich vorzustellen. Auch die Kinder sind interessiert…

Kunstmuseum Jaroslawl

Im vorrevolutionären Russland schätzten die Menschen Wanderer (auch „Gottesmenschen“ genannt) sehr. Ihre Ankunft in einem Dorf war ein Ereignis, das Abwechslung in den eintönigen Alltag brachte und ihre Geschichten dienten den Dorfbewohnern als Fenster in die weite Welt.

Kunstmuseum Jaroslawl

Das Wesen des Wanderlebens lag in der Ablehnung weltlicher Annehmlichkeiten, Besitztümer und eines sesshaften Lebens. Die Wanderer lebten von Almosen (Geld, Essen oder andere Gaben an Arme und Bedürftige), schliefen, wo immer sie konnten, und waren ständig unterwegs. Für sie war der Prozess der Wanderung selbst wichtig, nicht das Ziel.

Unter ihnen befanden sich sowohl aufrichtige Asketen als auch solche, die dieses Bild nutzten, um umherzuziehen oder sich gar dem Gesetz zu entziehen. Es konnten Männer wie Frauen sein.

Kunstmuseum Jaroslawl

Wanderer waren oft sehr gläubige Menschen und ihre Geschichten waren von religiöser Bedeutung durchdrungen. Sie erzählten Geschichten, Legenden und Folklore, die sie an anderen Orten gehört hatten. Für die Dorfbewohner waren ihre Geschichten über den Besuch heiliger Stätten und fremder Länder eine faszinierende Reise, die sie unternehmen konnten, ohne ihr eigenes Zuhause zu verlassen.