Warum nannte man diesen russischen Meister den „Balalaika-Stradivari“?

Kira Lissizkaja (Foto: gemeinfrei; Staatliches Museum für Theater und Musik Sankt Petersburg)
Kira Lissizkaja (Foto: gemeinfrei; Staatliches Museum für Theater und Musik Sankt Petersburg)
Semjon Nalimow baute zu Lebzeiten etwa 300 Balalaikas und Domras, und jedes Instrument war ein Meisterwerk musikalischer Kunst.

Die russische Volksbalalaika erlangte ihre klassische Form erst im späten 19. Jahrhundert, als der Musiker Wassili Andrejew sie für die Konzertmusik perfektionierte. Viele Instrumente für sein Orchester wurden von dem brillanten, autodidaktischen Meister Semjon Nalimow (1857–1916) gefertigt, den seine Zeitgenossen als den „Balalaika-Stradivari“ bezeichneten.

Gemeinfrei Wassili Andrejew
Gemeinfrei

„Seine Instrumente – Balalaikas und Domras – sind bis heute unübertroffen in Klangschönheit und handwerklicher Perfektion“, sagte Andrejew über ihn.

Der Meisterhandwerker fertigte seine Balalaikas vorwiegend aus Ahorn und Fichte. Der Legende nach dienten ihm sogar die Fenster und Türen seines Anwesens als Material für seine ersten Instrumente.

Kira Lissizkaja (Foto: Gemeinfrei; Michail Oserskij/Sputnik)
Kira Lissizkaja (Foto: Gemeinfrei; Michail Oserskij/Sputnik)

Insgesamt schuf Nalimow etwa 300 Instrumente, von denen jedes von Andrejew persönlich inspiziert wurde. Die Instrumente waren mit dem Namen des Meisters und der Werknummer beschriftet. Und obwohl seine Balalaikas drei- bis viermal mehr kosteten als die anderer Hersteller, machte Nalimow keinen Hehl aus seiner Arbeit. Im Gegenteil, er schulte andere und gab seine Entwürfe kostenlos zum Kopieren weiter.

Gemeinfrei Andrejews russisches Orchester in den frühen 1900er Jahren.
Gemeinfrei

Nalimows Instrumente wurden auf renommierten Ausstellungen, darunter der Weltausstellung in Paris (1900), mit höchsten Preisen ausgezeichnet. Instrumente nach seinen Vorbildern werden noch heute gefertigt.

Nalimows Balalaikas und Domras sind beispielsweise im Musikmuseum in Moskau und im Andrejew-Museum in Beschezk zu sehen.