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Warum wird Kaiser Alexander II. „Zar-Befreier“ genannt?

Gemeinfrei
Der Monarch erhielt den Beinamen „Zar-Befreier“, weil er 1861 die Leibeigenschaft abschaffte.

Mehr als 20 Millionen Leibeigene erhielten dadurch persönliche Freiheit und das Recht, über ihr Eigentum zu verfügen. Die Frage der Landzuteilung an die befreiten Bauern erwies sich allerdings als äußerst schwierig und führte zu zahlreichen Problemen. Dennoch gab die Reform der wirtschaftlichen Entwicklung des Russischen Reiches einen wichtigen Impuls.

Der Beiname „Befreier“ setzte sich bereits zu seinen Lebzeiten durch. So sagte das Stadtoberhaupt von Sankt Petersburgl, Pawel Korf, am 14. März 1881, einen Tag nach Alexanders Tod infolge eines Attentats:
„Zum Namen des Zaren-Befreiers ist nun der Name des Zaren-Märtyrers hinzugekommen …“

Auch in Bulgarien wird Alexander II. als „Befreier“ bezeichnet – allerdings aus einem anderen Grund. Während seiner Herrschaft siegte Russland im Russisch-Türkischen Krieg von 1877–1878, an dessen Ende die Wiedergeburt eines unabhängigen bulgarischen Staates stand.

In vielen bulgarischen Städten stehen Denkmäler für Alexander II., und in den Kirchen wird bis heute im Gottesdienst des Zaren und der in diesem Krieg gefallenen russischen Soldaten gedacht.