Worum bat der große Feldherr Suworow vor seinem Tod?

Gemeinfrei
Gemeinfrei

Alexander Suworow hing mit ganzer Seele an seiner Nichte, der Fürstin Agrafena Gortschakowa. Und nach Kräften förderte er auch ihren Ehemann, Graf Dmitri Chwostow. Dank dieser Protektion machte der Verwandte eine recht gute Karriere und erhielt 1795 sogar den Rang eines Kammerjunkers. Katharina II. erklärte gegenüber unzufriedenen Höflingen, dass sie Chwostow, wenn Suworow sie darum gebeten hätte, sogar zur Hofdame gemacht hätte.

Das Einzige, was dem Feldherrn an seinem Schwiegersohn missfiel, war dessen Leidenschaft für die Dichtung. Die gesamte höhere Gesellschaft Sankt Petersburgs stimmte ihm übrigens zu. Tatsächlich war Chwostow ein wahrer Schreibwütiger. Er schrieb unermüdlich und leidenschaftlich, aber völlig ungeschickt. Der Graf ließ seine Werke auf eigene Kosten drucken, schickte sie an Zeitschriften und schenkte sie der Akademie der Wissenschaften. Und wenn er ein aufmerksames Publikum fand, trug er seine Verse stundenlang vor. Unermüdlich lobte er auch Suworow und pries dessen militärische Fähigkeiten.

Gemeinfrei Graf Dmitri Chwostow
Gemeinfrei

Nach seiner Heimkehr im Herbst 1799 vom Feldzug in der Schweiz erkrankte der Feldherr. In St. Petersburg hielt er sich bei seinem geliebten Schwiegersohn auf und wartete auf seine Vorladung vor Gericht. Doch sein Zustand verschlechterte sich. Der Schriftsteller Wladimir Burnaschew berichtet in seinem Buch „Unsere Wundertäter. Chronik der Sonderbarkeiten und Exzentrizitäten aller Art“ (rus. „Наши чудодеи. Летопись чудачеств и эксцентричностей всякого рода“), wie Suworow, als ahnte er sein Ende, sich mit einer Bitte an Chwostow wandte: „Du bist doch ein guter Mensch! Ich flehe dich an: Schreibe keine Gedichte, und wenn du nicht anders kannst, dann drucke sie wenigstens nicht.“ Als der Schwiegersohn das Zimmer des Sterbenden verließ, wischte er sich die Tränen aus den Augen: „Es steht schlecht um ihn. Er ist im Delirium!“ Historiker betrachten dies jedoch als eine historische Anekdote.

Tatsächlich erzählte Chwostow dem Bischof Jewgeni (Bolchowitinow), dass sein Schwiegervater ihn gebeten habe: „Verziere mein Grabmal nicht mit Versen, sondern schreibe allenfalls nur: Hier liegt Suworow.“ Der Wille des Feldherrn wurde erfüllt.