Warum waren die Frontbriefe sowjetischer Soldaten dreieckig?

Anatoli Jegorow/МАММ/МDF/russiainphoto.ru; Archivfoto
Anatoli Jegorow/МАММ/МDF/russiainphoto.ru; Archivfoto
Die Antwort ist ganz einfach: Unter den harten Bedingungen der Kriegszeit waren Briefumschläge Mangelware, daher dienten die Briefe selbst als Umschläge.

Die Soldaten falteten die Dreiecke so, dass der Text innen lag, und schrieben Absender und Empfänger außen drauf. Eine Briefmarke war nicht nötig.

Auch Klebstoff wurde für diese sogenannten „Soldatendreiecke“ nicht verwendet. Nach dem Falten der gegenüberliegenden Seiten blieb ein Papierstreifen übrig, der als eine Art Lasche diente und in das Dreieck gesteckt wurde.

Ein dreieckiger Brief zerknitterte in der Tasche des Postboten weniger; er ließ sich leicht auseinanderfalten und wieder zusammenfalten. Dies war wichtig, da die gesamte Korrespondenz von der Militärzensur geprüft wurde. Sie schwärzten Einheitsnummern, Namen von Kommandeuren oder Beschreibungen des Geländes, auf dem der Soldat gekämpft hatte, und versahen die Briefe anschließend mit ihrem Siegel.

In der Region Wolgograd erinnert ein Denkmal an das „Soldatendreieck“. In eine dreieckige Marmorplatte ist der Originaltext eines Briefes eingraviert, den Dmitri Petrakow, ein Teilnehmer der Verteidigung Stalingrads, an seine Tochter Ljudmila schrieb.