Dieser russische General hat den Krieg mit Napoleon auf EINEM Bein durchgestanden
Alexander I. war von Nepeizyns Mut und der Kühnheit seiner Dragoner, mit denen er französische Versorgungskolonnen angriff, so beeindruckt, dass er ihn nicht nur wieder in die Armee aufnahm, sondern ihn auch zum Oberst beförderte und in sein Lieblingsregiment, das Semjonowskoje-Leibgarderegiment, versetzte. Nepeizyns Heldentat konnte schließlich niemand übersehen – denn er kämpfte … auf einem Bein.
Mit 17 Jahren standen dem jungen Offizier des Burgskij Jägerkorps große Perspektiven offen. Doch der Sturm auf die Festung Otschakow im Jahr 1788 setzte seiner militärischen Laufbahn zunächst ein Ende. Während der Schlacht wurde Nepeizyn schwer verwundet und verlor ein Bein. Eine zufällige Begegnung mit dem herausragenden Erfinder Iwan Kulibin ermöglichte ihm jedoch, in sein früheres Leben zurückzukehren. Dank einer einzigartigen Prothese konnte er wieder gehen, reiten und sogar tanzen. Über ein leichtes Hinken konnte man dabei hinwegsehen.
Der Sturm auf Otschakow 1788. Maler Francesco Giuseppe Casanova, Kupferstich von Adam Bartsch (1757–1821)
Nepeizyn stieg bis zum Oberstleutnant auf, trat in den Ruhestand und war mehrere Jahre Stadtkommandant von Welikije Luki. Mit Beginn des Vaterländischen Krieges von 1812 trat er in das 24. Jägerregiment ein. Die Dragoner und Kosaken unter seinem Kommando, die von der Besonderheit ihres Kommandeurs wussten, gaben ihm den Spitznamen „Eisenbein“.
Gemälde „Die Schlacht von Borodino am 26. August 1812. Die Heldentat der russischen Garde in der Semjonow-Schlucht“. Künstler Peter von Hess (1792–1871). 1843.
Nach seiner Rückkehr in den aktiven Militärdienst kämpfte der Oberst weiterhin im Semjonowskoje-Regiment. Für seine Tapferkeit wurde er mit der goldenen Ehrenwaffe „Für Tapferkeit“ sowie dem Kulmer Kreuz ausgezeichnet – einer preußischen Auszeichnung von König Friedrich Wilhelm III. für besondere Standhaftigkeit im Kampf.
In den 1820er-Jahren trat Nepeizyn schließlich im Rang eines Generalmajors in den Ruhestand. Diesen Rang hatte ihm der Kaiser persönlich verliehen.