Wie der Schriftsteller Wiktor Nekrassow im Zweiten Weltkrieg kämpfte

Gedenkseite für Wiktor Nekrassow
Gedenkseite für Wiktor Nekrassow
Nekrassow kämpfte in Stalingrad und war an der Befreiung von Kiew beteiligt. Zu seinen Auszeichnungen gehören die Tapferkeitsmedaille und der Orden des Roten Sterns.

„Es ist hier alles irgendwie einfach, an der Front. Gestern noch da – heute fort. Und morgen bist vielleicht du selbst nicht mehr da. Und genauso dumpf wird die Erde auf den Deckel deines Sargs fallen. Oder vielleicht gibt es nicht einmal einen Sarg, sondern der Schnee wird dich zudecken, und du wirst daliegen, mit dem Gesicht zur Erde, bis der Krieg vorbei ist …“ – Dies ist ein Zitat aus der Erzählung „In den Schützengräben von Stalingrad“ des Frontschriftstellers Wiktor Nekrassow.

Nekrassow wurde zum Autor zahlreichter authentischer und ergreifender Werke über den Krieg. Er wusste genau, wovon er schrieb, da er die Schrecken dieses furchtbaren militärischen Konflikts selbst erlebt hatte.

In die Rote Armee wurde Wiktor Platonowitsch Nekrassow am 24. August 1941 einberufen. Bereits vor dem Krieg hatte er an der Kiewer Bauingenieurshochschule Architektur studiert, wo er auch die militärische Spezialisierung als Pionier und den Dienstgrad eines Unterleutnants erwarb.

Nekrassow diente als Regimentsingenieur und stellvertretender Kommandeur eines Pionierbataillons. Er nahm an der für die Rote Armee verlustreichen Offensive auf Charkow im Mai 1942 teil und gelangte anschließend nach Stalingrad.

Dort leitete der spätere Schriftsteller den Bau von Minenfeldern und Verteidigungsanlagen auf dem Mamajew-Hügel sowie die Befestigung der Verteidigung des Werks „Metis“ in unmittelbarer Nähe des Feindes. Dafür wurde er am 19. Februar 1943 mit der Medaille „Für Tapferkeit“ ausgezeichnet.

Später war er an der Befreiung Kiews beteiligt, wo seine Mutter mehrere Jahre unter deutscher Besatzung gelebt hatte. Für den erfolgreichen Bau eines Übergangs über den Fluss Bug im März 1944 erhielt er den Orden des Roten Sterns.

Der Kampfweg von Hauptmann Nekrassow endete im Juli 1944 in Polen, als ein deutscher Scharfschütze ihn am Arm verwundete. Nach dem Lazarettaufenthalt wurde der spätere Schriftsteller aus der Armee entlassen.