Der Zweite Weltkrieg aus der Sicht der Fotografin Olga Ignatowitsch (FOTOS)
Olga Ignatowitsch (1905–1984) begeisterte sich für die Fotografie dank ihres älteren Bruders – Boris Ignatowitsch war bereits ein bekannter Avantgarde-Fotograf. Unter seiner Anleitung begann sie Ende der 1920er-Jahre ihren beruflichen Weg bei der Zeitung „Bednota“. Später wurde sie Fotokorrespondentin führender sowjetischer Zeitungen.
Als Kriegsfotografin durchlief sie den gesamten Krieg und befreite gemeinsam mit der Roten Armee Europa. Sie fotografierte Soldaten direkt während der Kämpfe und in Momenten der Ruhe, hielt zerstörte Städte und befreite Konzentrationslager fest.
Hier sind einige ihrer berühmten Aufnahmen.
Da sie selbst als Frau an der Front war, widmete Olga den Frauen, die sowohl an der Front als auch im Hinterland die Armee unterstützten, große Aufmerksamkeit. Auf dem Foto: die Herstellung von Munition:
Direkt aus Moskau zog Olga gemeinsam mit marschierenden Soldaten an die Front.
Sie dokumentierte auch die Verteidigung Moskaus – Barrikaden in den Straßen einer Stadt, die sich auf das Schlimmste vorbereitete.
Auf ihren Fotos sind alle Härten und Entbehrungen des Krieges zu sehen. Hier eine Frau mit Kind, die ihr Zuhause verloren haben.
Das zerstörte Rschew nach monatelangen Kämpfen.
Es scheint, als hätten Olga keinerlei Feldbedingungen abgeschreckt – gemeinsam mit den Soldaten zog sie durch verschneite Wälder an die Front.
Sie fotografierte sogar Übergänge mit Schlittenhunden.
Sie hielt fest, wie Soldaten in befreite Städte einmarschierten – auf dem Foto Kalinin (heute Twer).
Auch seltene Momente zwischen den Kämpfen hielt sie fest – nachdenkliche Soldaten in Ruhephasen.
Oder solche, die versuchten, sich mit Liedern aufzuheitern.
Gemeinsam mit der Roten Armee zog Olga durch das befreite Europa – auf dem Foto die zerstörte Stadt Glogau (heute Głogów, Polen).
Sie dokumentierte das Treffen der Alliierten – des Befehlshabers der Truppen der 1. Ukrainischen Front, Marschall Iwan Konew, und des Oberbefehlshabers der 12. US-Heeresgruppe, General Omar Bradley.
Sie war beim historischen Moment der Befreiung von Auschwitz anwesend.
Olga scheute sich nicht, sich ins Zentrum heftiger Straßenkämpfe zu begeben.
Und sie gelangte bis nach Deutschland und machte einige wahrhaft ikonische Aufnahmen. Auf dem Foto: eine sowjetische Verkehrsreglerin im deutschen Rosenberg.
Außerdem fotografierte sie, wie sowjetische Soldaten in Berlin einmarschierten.