Völker Russlands: Schoren
Die Schoren sind ein kleines Turkvolk Westsibiriens. Sie zählen nur etwa zehntausend Menschen und leben hauptsächlich in der Region Kemerowo. Sprachlich und kulturell sind sie am engsten mit den Altaiern verwandt.
Heute sind die Schoren als hervorragende Jäger bekannt, und in der Antike waren sie für ihre exzellenten Schmiede berühmt. Der Legende nach wurden sie von den Kriegern Dschingis Khans bewundert, da ihre starken Schorenklingen Kettenhemden mühelos durchtrennten, als wären sie aus Papier!
Das Hauptgericht der schorischen Küche sind die sogenannten Pelmeni „Pelbeny“ (russ. „пелбены“). Sie werden aus Roggenmehl zubereitet und mit gehacktem Pferde-, Wild- oder Rindfleisch gefüllt, dem Pinienkerne hinzugefügt werden. Traditionell werden Pelbeny nicht in Wasser, sondern in Milch gekocht.
Jedes Jahr am 19. Januar feiern die Schoren das „Myltyk Pairam“ („Мылтык Пайрам“ – das „Gewehrfest“). An diesem Tag ehren sie ihre alten Jagdtraditionen, lehren diese ihre Kinder und veranstalten Sportwettkämpfe. Sie bereiten Pelbeny zu und verstecken darin kleine symbolische Gegenstände, die die Zukunft vorhersagen sollen.