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Wussten Sie, dass Kasimir Malewitsch das unpraktischste Teeservice aller Zeiten entworfen hat?

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg
„Das ist keine Teekanne, sondern die Idee einer Teekanne!“ So reagierte der Schöpfer des Gemäldes „Schwarzes Quadrat“, als man ihm sagte, es sei unmöglich, Tee aus dem von ihm entworfenen Set zu trinken.

Nach der bolschewistischen Revolution von 1917 stellte die ehemalige Kaiserliche Porzellanmanufaktur die Produktion von bürgerlichem Geschirr mit Schnörkeln und Blumenmustern ein und begann mit der Fertigung von Stücken, die revolutionäre Propagandamotive zeigten. Für den Entwurf dieses neuen, ideologisch korrekten Porzellans wurden Avantgarde-Künstler engagiert. Im Jahr 1923 wurde Kasimir Malewitsch in die Manufaktur eingeladen; dort entwarf er ein Teeservice – wenngleich es sich dabei nicht um ein Teeservice im herkömmlichen Sinne handelte.

Russisches Museum

Klare Farben, gerade Linien, halbkugelförmige Tassen mit rechteckigen Henkeln – es gab keinerlei verspielte Ornamente oder Schnörkel; das Design war streng und minimalistisch. Weißes Porzellan erwies sich als die perfekte „Leinwand“, auf die sich suprematistische Kompositionen übertragen ließen – dreidimensionale Modelle geometrischer Formen und Gebilde. Es bot sofort das nötige Volumen und verwandelte jedes Stück in ein avantgardistisches Objekt.

Nur wenige Monate später wurden die Teekanne und die Tassen in einem Schaufenster auf dem Newski-Prospekt ausgestellt. Tee daraus zu trinken war schlicht unmöglich – doch das Service war ohnehin nie für den tatsächlichen Gebrauch bestimmt.