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Wie Coco Chanel für das russische Ballett arbeitete

„Apollon musagète“. Sergei Lifar und Ballerinen des Russischen Balletts. 28. April 1928
Sasha / Hulton Archive / Getty Images
„Die Russen haben mich fasziniert“, sagte die Modeschöpferin. „Von ihnen habe ich gelernt, wie man wirklich arbeitet.“

Chanel lernte die Welt des russischen Balletts 1913 kennen, als sie die Premiere von Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“ (dt. „Die Frühlingsweihe“) im Rahmen von Sergei Djagilews „Ballets Russes“ in Paris besuchte. Die Produktion war bahnbrechend innovativ und faszinierte die junge Designerin.

Ihre Zusammenarbeit mit Djagilew begann später. 1924 wirkte Chanel an einer Produktion von „Le Train Bleu“ (dt. „Der blaue Zug“) mit, zu dem Jean Cocteau das Libretto verfasst hatte. Sie kleidete die Tänzer in funktionelle Sport- und Freizeitkleidung – Badeanzüge, Pullover und Turnschuhe. Dies war das erste Mal in der Geschichte des Balletts, dass Freizeitmode auf der Bühne zu sehen war. Doch die Neuerung beschränkte sich nicht darauf: Die Kostüme bestanden aus Jersey, einem Strickstoff, der bis dahin der Herrenbekleidung vorbehalten war.

Eine Szene aus „Der blaue Zug“
Sasha / Hulton Archive / Getty Images

In einer weiteren Produktion, „Apollon musagète“, wandte sich Chanel von der Strandästhetik ab und entwarf Kostüme von antiker Strenge und edler Schlichtheit. George Balanchines Choreografie strebte nach Reinheit und klassischer Form.

Chanel gehörte auch zu den wichtigsten anonymen Förderinnen der „Ballets Russes“, und Sergei Djagilew wurde ein enger Freund von ihr. Nach seinem plötzlichen Tod 1929 in Venedig zählte sie zu denjenigen, die seine Beisetzung auf dem Friedhof San Michele finanzierten.