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Warum gibt es Gräber… in Moskauer Parks?

Pawel Kusmitschow
Die Umwandlung der Altstadt in eine sozialistische Metropole erforderte eine Neugestaltung des urbanen Raums.

Während der Sowjetzeit, insbesondere von den 1930er- bis zu den 1950er-Jahren, schlossen und demontierten die Moskauer Behörden aktiv alte Friedhöfe im Zentrum der rasant wachsenden Stadt. Die Gründe dafür waren sowohl praktischer als auch ideologischer Natur. Friedhöfe nahmen große Flächen ein, die anderweitig hätten genutzt werden können. Die Zerstörung kirchlicher Gräber war Teil der Kampagne gegen „Relikte der Vergangenheit“.

Pawel Kusmitschow

Wurde ein alter Friedhof in eine andere städtische Einrichtung umgewandelt, erfolgte die Exhumierung meist nur formell: Die Grabsteine ​​wurden entfernt, die Gebeine blieben jedoch oft im Boden. So wurde beispielsweise der Semjonowski-Park auf dem Gelände eines gleichnamigen Friedhofs errichtet – einem der größten im vorrevolutionären Moskau. Dort waren Helden des Vaterländischen Krieges von 1812 bestattet. Ein Teil des Friedhofs wurde in den 1930er Jahren aufgelöst, die restlichen Gräber wurden um 1946 exhumiert und die Gebeine eingeäschert. Fragmente alter Grabsteine ​​sind im Park noch heute zu finden.

Pawel Kusmitschow

Doch nicht alle Friedhöfe sind alt. Im Timirjasewski-Park im Norden Moskaus ist mitten im Wald ein kleiner Friedhof erhalten. Er wurde 1941 eigens für die Fakultät und die Mitarbeiter der renommierten Landwirtschaftsakademie (jetzt Russische Staatliche Agraruniversität) angelegt. Bedeutende Wissenschaftler wie der Bodenkundler Wassili Wiljams und der Agronom Alexei Fortunatow sind dort begraben. Die letzte Beisetzung fand 2002 statt, sodass der Friedhof ein aktiver, wenn auch weitgehend geschlossener Ort der Erinnerung ist.