Heute vor 55 Jahren kam die Besatzung des sowjetischen Raumschiffs „Sojus-11“ ums Leben
Am 29. Juni koppelte sich „Sojus-11“ von „Saljut-1“ ab und trat den Rückflug zur Erde an. Während der Abtrennung der Landekapsel in rund 150 Kilometern Höhe brach der Funkkontakt zur Besatzung plötzlich ab. Äußerlich verlief der Wiedereintritt jedoch planmäßig: Die Kapsel trat in die Atmosphäre ein, und auch das Fallschirmsystem funktionierte einwandfrei.
Als das Bergungsteam am nächsten Tag die Landestelle erreichte, waren alle drei Kosmonauten tot. Die Obduktion ergab Hirnblutungen, gerissene Trommelfelle und Blut in den Lungen. Ursache der Katastrophe war ein Belüftungsventil, das sich bereits im Weltraum unbeabsichtigt geöffnet hatte. Dadurch verlor die Landekapsel ihren Kabinendruck. Da die Besatzung keine Raumanzüge trug, hatten die Kosmonauten keine Überlebenschance.
Die Untersuchung ergab, dass die Besatzung noch versucht hatte, das Luftleck zu schließen. Sie mussten dabei in einer von dichtem Nebel erfüllten Kabine arbeiten und litten infolge der raschen Dekompression unter starken Schmerzen. Als sie die Ursache des Problems gefunden hatten, reichten weder Zeit noch Kräfte aus, um die Situation zu retten.
Den drei Kosmonauten wurde posthum der Titel „Held der Sowjetunion“ verliehen. Die Flüge des Sojus-Programms wurden für zwei Jahre ausgesetzt, um die Konstruktion der Raumschiffe zu überarbeiten. Seitdem finden Start und Landung von Sojus-Missionen ausschließlich mit Raumanzügen statt.