Heute vor 55 Jahren kam die Besatzung des sowjetischen Raumschiffs „Sojus-11“ ums Leben

Alexander Moklezow / Sputnik Die Besatzung des Raumschiffs „Sojus-11“ während eines Trainings im Simulator des Raumschiffs (von links nach rechts): Bordingenieur Wladislaw Wolkow, Kommandant Georgi Dobrowolski und Forschungsingenieur Wiktor Pazajew im Juri-Gagarin-Kosmonautenausbildungszentrum.
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Am 7. Juni 1971 dockte das Raumschiff erfolgreich an die Raumstation „Saljut-1“ an. Der Kommandant Georgi Dobrowolski sowie die Bordingenieure Wladislaw Wolkow und Wiktor Pazajew wechselten auf die Station und verbrachten dort 23 Tage mit wissenschaftlichen Experimenten und Forschungsarbeiten.

Am 29. Juni koppelte sich „Sojus-11“ von „Saljut-1“ ab und trat den Rückflug zur Erde an. Während der Abtrennung der Landekapsel in rund 150 Kilometern Höhe brach der Funkkontakt zur Besatzung plötzlich ab. Äußerlich verlief der Wiedereintritt jedoch planmäßig: Die Kapsel trat in die Atmosphäre ein, und auch das Fallschirmsystem funktionierte einwandfrei.

Als das Bergungsteam am nächsten Tag die Landestelle erreichte, waren alle drei Kosmonauten tot. Die Obduktion ergab Hirnblutungen, gerissene Trommelfelle und Blut in den Lungen. Ursache der Katastrophe war ein Belüftungsventil, das sich bereits im Weltraum unbeabsichtigt geöffnet hatte. Dadurch verlor die Landekapsel ihren Kabinendruck. Da die Besatzung keine Raumanzüge trug, hatten die Kosmonauten keine Überlebenschance.

Walentin Sobolew / TASS Am Grab der Kosmonauten: des Kommandanten von „Sojus-11“, Georgi Dobrowolski, Held der Sowjetunion und Oberstleutnant, des Bordingenieurs Wladislaw Wolkow, zweifacher Held der Sowjetunion, sowie des Test- und Forschungsingenieurs Wiktor Pazajew, Held der Sowjetunion.
Walentin Sobolew / TASS

Die Untersuchung ergab, dass die Besatzung noch versucht hatte, das Luftleck zu schließen. Sie mussten dabei in einer von dichtem Nebel erfüllten Kabine arbeiten und litten infolge der raschen Dekompression unter starken Schmerzen. Als sie die Ursache des Problems gefunden hatten, reichten weder Zeit noch Kräfte aus, um die Situation zu retten.

Den drei Kosmonauten wurde posthum der Titel „Held der Sowjetunion“ verliehen. Die Flüge des Sojus-Programms wurden für zwei Jahre ausgesetzt, um die Konstruktion der Raumschiffe zu überarbeiten. Seitdem finden Start und Landung von Sojus-Missionen ausschließlich mit Raumanzügen statt.