Was sind „Popychi“ und warum läuft man in ihnen?

Kira Lissizkaja (Foto: drbimages, Matthias Clamer, Ray Massey, Deagreez / Getty Image)
Kira Lissizkaja (Foto: drbimages, Matthias Clamer, Ray Massey, Deagreez / Getty Image)
Wenn jemand versucht, etwas so schnell wie möglich zu erledigen, und dabei hektisch hin- und herrennt, tut er dies „впопыхах“ („wpopychach“). Mit anderen Worten: Er erledigt es in großer Eile.

Dieses Wort kommt in der russischen Literatur häufig vor. Figuren eilen irgendwohin, packen hastig ihre Sachen, werfen Kleidung und andere Dinge wahllos übereinander in die Koffer. Alles geschieht in großer Eile – hastig und chaotisch.

Die naheliegendste Erklärung für die Herkunft des Wortes ist, dass es vom Verb „пыхтеть“ (pychtet' – schnaufen/keuchen) stammen könnte.

Doch es gibt eine weitaus elegantere Version – und für die müssen wir einen Blick … ins Boudoir werfen.

Im alten Russland sollen „попыхи“ (popychi) eine Art Rüschen-Unterhose gewesen sein, die sowohl unter dem Unterrock als auch als Schlafbekleidung getragen wurde. Da Häuser in Russland im 16. bis 18. Jahrhundert größtenteils aus Holz gebaut waren und Brände häufig vorkamen, war es nicht ungewöhnlich, dass jemand aus einem brennenden Haus rannte – nur mit Unterwäsche bekleidet. Und genau daraus soll die Redewendung „бежать впопыхах“ (beschat' wpopychach – „in großer Eile davonlaufen“) entstanden sein.

Mit der Zeit verlor die Redewendung ihren wörtlichen Bezug zur Unterwäsche und bezeichnete schließlich alles, was in großer Hast und ohne viel Ordnung geschieht.