Warum bekamen Kosmonauten Waffen mit auf den Flug?
Die Kosmonauten Pawel Beljajew und Alexei Leonow landeten mehrere tausend Kilometer vom geplanten Landepunkt entfernt, mitten in der verschneiten Taiga. Sie verbrachten 24 Stunden im Wald und waren dabei ganz auf sich selbst gestellt. Nur durch reines Glück fielen sie nicht Raubtieren zum Opfer, die dort in großer Zahl vorkamen.
Von dieser Geschichte erzählte Leonow 14 Jahre später: Hätte die Besatzung von „Woschod“ damals über ein Mittel zur Selbstverteidigung verfügt, hätten sie sich wesentlich sicherer gefühlt. Die Idee wurde gebilligt, und 1982 erschien im Notfallset von Raumschiffen die nichtautomatische dreiläufige Pistole TP-82.
Im RKK-Museum wurde eine neue Ausstellung eröffnet, in der die Handfeuerwaffe TP-82 aus dem Notvorrat für Kosmonauten präsentiert wird. Die Waffe wurde auf Initiative des Kosmonauten Alexei Leonow entwickelt. Die Veranstaltung ist dem 55. Jahrestag des ersten Weltraumausstiegs eines Menschen gewidmet.
Der Tulaer Waffenwerk schuf eine Art „Schweizer Taschenmesser", mit dem man in extremen Situationen überleben, sich gegen wilde Tiere verteidigen und Nahrung beschaffen konnte. Die Läufe (zwei glatte Kaliber 12,5 und ein gezogener mit 5,45 mm) verschossen Schrot-, Signal- und Sprengpatronen. Im abnehmbaren Schaft war zudem eine Machete versteckt.
Insgesamt wurden etwa 100 TP-82 hergestellt: Sie gehörten bis 2007 zur Pflichtausrüstung von Raumschiffen und der ISS, bis die Patronen ihr Verfallsdatum erreichten.