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5 Dinge, mit denen man sich in der UdSSR die Karriere ruinieren konnte (FOTOS)

Versammlung im Moskauer Elektrowerk W. W. Kuibyschew
Anatoli Garanin / Sputnik
„Heute spielt er Jazz, morgen wird er das Vaterland verraten“ – so hieß es in der sowjetischen Propaganda.

Die Karriere eines sowjetischen Bürgers hing unmittelbar davon ab, wie gut er in das Partei- und Verwaltungssystem integriert war. Alles spielte eine Rolle: das äußere Erscheinungsbild, Gespräche hinter den Kulissen und das Familienleben. Jede Abweichung galt als Zeichen von Unzuverlässigkeit und Illoyalität.

1. Die Weigerung, der Kommunistischen Partei (KPdSU) beizutreten

Die Partei war nicht nur eine politische Kraft, sondern das Rückgrat der gesamten staatlichen Hierarchie. Die Mitgliedschaft in der KPdSU war der Zugang zur sogenannten „Nomenklatura“, also zum Kreis der Personen, die für Führungspositionen vorgesehen waren (Fabrikdirektoren, Abteilungsleiter, Universitätsrektoren, Richter, Staatsanwälte usw.). Ein Parteiloser konnte zwar zum Meister in einem Betrieb oder zum Leiter eines Labors aufsteigen, für eine höhere Position wurde er jedoch nicht zugelassen. Ein Parteibuch brachte zudem Vorteile bei der Vergabe von kostenlosen Wohnungen und Urlaubsgutscheinen. Ohne Parteimitgliedschaft waren diese Vergünstigungen weitgehend unerreichbar.

2. Offene Zurschaustellung von Religiosität

Der Atheismus war die offizielle Staatsideologie. Die Religion galt als „Überbleibsel der Vergangenheit“, und die Kirche wurde als feindliche oder bestenfalls neutrale Institution betrachtet, die keinen Einfluss auf die sowjetische Bevölkerung haben sollte. Der öffentliche Kirchgang, die Taufe eines Kindes, das Tragen eines Kreuzes oder das Feiern religiöser Feiertage – all dies konnte Anlass für eine „Standpauke“ auf einer Parteiversammlung oder sogar für eine Entlassung sein. Selbst wenn jemand nicht entlassen wurde, konnte ihm eine Tätigkeit mit Menschen verwehrt werden, etwa im Bildungswesen, in der Agitation oder bei der Parteirekrutierung.

3. Unmoralisches Verhalten: Missbrauch, Ehebruch, Scheidung, Trunkenheit

In der UdSSR war das Privatleben nicht wirklich privat, insbesondere nicht für hochrangige Funktionäre. Partei- und Gewerkschaftskomitees überwachten den „moralischen Charakter“ ihrer Mitarbeiter ebenso genau wie deren Leistungen im Beruf. Wegen regelmäßigem Trinken, Untreue, körperlicher Gewalt oder skandalöser Affären konnte man aus der KPdSU ausgeschlossen werden. Der Parteiausschluss bedeutete den Verlust der eigenen Position (wenn es sich um eine Stelle der „Nomenklatura“ handelte) und ein langfristiges Verbot, Führungspositionen zu bekleiden.

In der sowjetischen Personalpolitik wurden geschiedene Männer und Frauen nur ungern auf Positionen berufen, die mit einer besonderen moralischen Verantwortung verbunden waren, etwa als Schulleiter oder Richter. Es galt die Vorstellung: „Wer seine Familie nicht im Griff hat, kann auch kein Kollektiv führen.“

Leonid Swerdlow / TASS

4. Vermeidung sozialer Verpflichtungen und häufige Jobwechsel

Das sowjetische System legte großen Wert auf Stabilität und gesellschaftliches Engagement. Der ideale Karriereweg bestand darin, in einem Betrieb als Mechaniker anzufangen und dort schließlich als Direktor in den Ruhestand zu gehen. Häufige Arbeitsplatzwechsel wurden als „Job-Hopping“ bezeichnet und galten als Makel. Personalabteilungen betrachteten Mitarbeiter, die alle ein bis zwei Jahre den Arbeitsplatz wechselten, mit Misstrauen. Solche Beschäftigten wurden nicht für Führungspositionen empfohlen, da sie als unzuverlässig galten.

Die Teilnahme an Gewerkschaftsaktivitäten, die Betreuung junger Mitarbeiter, die Mitarbeit in freiwilligen Gruppen, die Teilnahme an Subbotniks und an Feiertagsdemonstrationen waren – wie man in der Sowjetzeit scherzhaft sagte – „freiwillig-verpflichtend“. Wer sich diesen Aktivitäten entzog, wurde als „Individualist“ abgestempelt und musste mit dem Entzug sozialer Vergünstigungen rechnen.

Sie sind eine Schande für unser Team – so steht es auf dem Plakat.
Wladimir Welengurin / TASS

5. Widerspruch, politische Witze und unkonventionelle Kleidung

Alles, was vom sowjetischen „Standard“ abwich, galt als staatsfeindlich. Schon ein einziger kritischer Satz über das sowjetische Regime, der im Raucherraum geäußert wurde, konnte zu einer Denunziation führen. Gelang die Meldung an das Parteikomitee, drohte mindestens eine strenge Rüge mit einem Eintrag in der Personalakte; im schlimmsten Fall konnte dies zum Parteiausschluss und zur Entlassung führen – oder sogar zu einer strafrechtlichen Verfolgung wegen „antisowjetischer Agitation“.

Auffällige Krawatten, enge Hosen, bunte Hemden und lange Haare bei Männern galten den sowjetischen Behörden als Zeichen „bürgerlich-westlichen Einflusses“ und „moralischer Instabilität“. Solche Menschen wurden nicht für verantwortungsvolle Positionen eingestellt und konnten von der Universität verwiesen oder aus ihrem Beruf entlassen werden.

Moskaus Hipster tanzen den Twist
Waleri Schustow / Sputnik