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Wussten Sie, dass es eine „Hotline“ für die russische Sprache gibt?

Westend61 / Getty Images
Rechtschreibung, Zeichensetzung, Betonung oder Wortgebrauch im Russischen können selbst Muttersprachler vor Rätsel stellen. Glücklicherweise gibt es jedoch einen „Notdienst“ für sprachliche Fragen!

Seit mehr als 65 Jahren unterstützt der Auskunftsdienst für die russische Sprache am W. W. Winogradow-Institut für russische Sprache der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) sowohl Muttersprachler als auch Lernende. An vier Tagen in der Woche – von Montag bis Donnerstag, jeweils von 12:00 bis 16:00 Uhr Moskauer Zeit – können Anrufer unter der Telefonnummer +7 (495) 695-26-48 fachkundige Antworten von professionellen Sprachwissenschaftlern erhalten, wenn sie Fragen oder Unsicherheiten im Zusammenhang mit der russischen Sprache haben.

Der Dienst wurde 1958 auf Initiative des bedeutenden russischen Sprachwissenschaftlers Sergei Oschegow (Autor des berühmten „Wörterbuchs der russischen Sprache“) ins Leben gerufen. Ursprünglich wurden Anfragen von Organisationen und Privatpersonen schriftlich beantwortet; später kam die telefonische Beratung in Echtzeit hinzu. Das Institut, an dem der Dienst angesiedelt ist, fungiert als regulierende Instanz für die russische Sprache und ist Teil der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN).

Das Spektrum der Fragen ist sehr breit gefächert – es reicht von einfachen Anliegen (etwa: „Wo liegt die Betonung?“) bis hin zu komplexen Problemen, die beispielsweise unterschiedliche sprachliche Normen oder Abweichungen zwischen verschiedenen Wörterbüchern betreffen. Die Mitarbeiter des Dienstes stellen fest, dass sich die Anrufer im Allgemeinen in drei Kategorien einteilen lassen:

  • Diejenigen, die die korrekte Schreibweise oder Aussprache eines Wortes nicht kennen.
  • Diejenigen, die sich vergewissern wollen, dass sie richtig liegen.
  • Diejenigen, die darauf aus sind, andere (Nachrichtensprecher, Politiker, Journalisten) bei Fehlern zu „ertappen“.

Anfragen kommen häufig von Korrektoren, Redakteuren, Journalisten, Lehrern, Sekretären und Verwaltungsassistenten – also von Menschen, deren Berufe ein hohes Maß an Schriftsprachkompetenz und sprachlicher Gewandtheit erfordern.

Neben der praktischen Unterstützung leistet der Auskunftsdienst auch einen wichtigen Beitrag zur Forschung: Er führt ein Archiv der Anfragen aus dem Zeitraum von 1991 bis 2024, das es Forschenden ermöglicht, Veränderungen der sprachlichen Normen – etwa in den Bereichen Aussprache, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Wortschatz, Grammatik und Stil – in Echtzeit nachzuverfolgen. Es handelt sich also nicht nur um eine „Hotline“, sondern um ein Instrument zur Beobachtung der lebendigen Sprache.

Schriftliche Anfragen können zudem über die offizielle Webseite des Instituts eingereicht werden, wobei der primäre Kommunikationsweg das Telefon ist.