7 Orte in Russland, wo man die „Weißen Nächte“ erleben kann
„Weiße Nächte“ treten typischerweise im späten Frühling und frühen Sommer nördlich des 60. Breitengrades sowie nördlich des Polarkreises auf, vor und nach dem Polartag (der am Polarkreis von einem Tag bis zu fast sechs Monaten am Pol selbst dauern kann). Der Unterschied zwischen den beiden Phänomenen besteht darin, dass der Polartag nur jenseits des Polarkreises stattfindet, wo die Sonne während der genannten Zeiträume nicht untergeht. Während der Weißen Nächte (oder auch Mitternachtsdämmerung genannt) geht die Sonne zwar unter, es wird aber nie völlig dunkel. Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang herrscht nur für einige Stunden eine leichte Dämmerung. Dieses Phänomen lässt sich in fast jeder nördlichen Stadt Russlands beobachten.
1. Sankt Petersburg
Streng genommen liegt Sankt Petersburg etwas südlich der offiziellen Grenze der „echten“ „Weißen Nächte“ – dort herrscht eine nautische Dämmerung (Sterne sind also noch am Nachthimmel zu sehen). Dennoch gilt St. Petersburg als Russlands wichtigste Stadt der „Weißen Nächte“. Diese dauern vom 11. Juni bis zum 2. Juli, doch tatsächlich sind die Nächte in der Stadt von Ende Mai bis Mitte Juli sehr hell. In dieser Zeit finden Musik-, Theater- und Sportveranstaltungen statt, die zahlreiche Zuschauer anlocken. Der beliebteste Ort, um die „Weißen Nächte“ zu beobachten, ist die Palastuferpromenade. Nachts bietet sich ein herrlicher Blick auf die Wassiljewski-Insel, die majestätische Eremitage und das Öffnen der Palastbrücke unter einem wunderschönen lila-rosa Himmel.
2. Petrosawodsk
In Karelien kann man wunderschöne „Weiße Nächte“ erleben. In Petrosawodsk dauern sie vom 26. Mai bis zum 17. Juli. Besonders malerisch ist das Phänomen am Ufer des Onegasees, wenn der Himmel über dem Wasser in leuchtenden Purpur- und Lilatönen erstrahlt. Romantiker aufgepasst: Zu dieser Zeit finden in Petrosawodsk zahlreiche Open-Air-Musikfestivals statt. Die Atmosphäre ist fantastisch!
3. Wyborg
Wer die „Weißen Nächte“ vor der Kulisse einer mittelalterlichen Burg erleben möchte, ist in Wyborg genau richtig. In dieser charmanten Stadt in der Region Leningrad (138 km nördlich von St. Petersburg) finden die „Weißen Nächte“ von Ende Mai bis Anfang Juli statt. Ein Spaziergang über das Kopfsteinpflaster in der Nähe des Uhrturms und ein Besuch des Monrepos-Parks lohnen sich besonders, denn dort erstrahlen die Schären und versteckten Brücken im sanften Licht der Dämmerung in besonderem Glanz.
4. Jakutsk
Die größte Stadt auf Permafrostboden wird im Sommer zu einem der besten Orte, um die „Weißen Nächte“ zu erleben. Dort dauern sie unglaublich lange: von Mitte Mai bis Mitte August. Zur Sommersonnenwende findet in Jakutsk (und anderen Städten Jakutiens) ein großes Fest namens Ysyach (russ. „Ысыах“) statt – das Sommerneujahr, das das Erwachen der Natur symbolisiert.
5. Archangelsk
In Archangelsk dauert die Saison der „Weißen Nächte“ sogar noch länger – von Mitte Mai bis fast Ende Juli – und die Tage können bis zu 21 Stunden hell sein. In dieser Zeit kann man fast die ganze Nacht spazieren gehen und den Blick auf die Nördliche Dwina genießen. Während der „Weißen Nächte“ findet in Archangelsk ein großes Straßentheaterfestival mit einem ausgelassenen Karnevalsumzug statt. Für die intensivsten Eindrücke empfiehlt sich ein Besuch der Solowezki-Inseln.
6. Salechard
Salechard ist die einzige Stadt der Welt, die direkt am Polarkreis liegt. Zwar gibt es dort keine Polarnacht, aber einen Polartag vom 7. Juni bis zum 7. Juli, und etwa zwei Monate davor und danach kann man die „Weißen Nächte“ erleben. In Salechard kann man stundenlang die arktischen Murals an den Gebäuden bewundern, in Gornoknjasewsk einen Ethnopark mit Hunden und Rentieren besuchen und natürlich den Polarkreisbogen sehen.
7. Murmansk
Murmansk ist die größte Stadt der Welt nördlich des Polarkreises. Dort gehen die „Weißen Nächte“ sanft in den Polartag über. Die Saison der „Weißen Nächte“ beginnt bereits im Mai. Murmansk ist besonders empfehlenswert, da man diesen Übergang von den „Weißen Nächten“ zum Polartag und zurück miterleben kann. Auch ein Ausflug in das Dorf Teriberka lohnt sich, denn dort verstärken die „Weißen Nächte“ den Blick auf die Barentssee. Mit etwas Glück kann man dort sogar Wale beobachten!