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Wie man im Jahr 2026 eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Russland erhält

MihailDechev / Getty Images
Eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis („WNSch“/„Wid na Schitelstwo“) ist der zweite Schritt auf dem Weg zur russischen Staatsbürgerschaft. Sie ermöglicht es, zeitlich unbefristet in Russland zu leben, ohne Patent zu arbeiten und verschiedene soziale Leistungen in Anspruch zu nehmen. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, welche Unterlagen Sie vorbereiten müssen und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.

Wir haben bereits darüber berichtet, wie man eine befristete Aufenthaltserlaubnis (RWP) in Russland erhält – auf allgemeiner Grundlage, zu Bildungszwecken oder auf Grundlage der sogenannten „traditionellen Werte“.

Nun widmen wir uns dem nächsten Schritt auf dem Weg zur russischen Staatsbürgerschaft: der unbefristeten Aufenthaltserlaubnis (WNSch).

Der Unterschied zwischen Staatsbürgerschaft und einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis

Kirill Kukhmar / TASS

In Russland ist die unbefristete Aufenthaltserlaubnis (WNSch) ein blaues Heft, das in seiner Form einem Reisepass ähnelt. Sie gewährt Ausländern nahezu die gleichen Rechte wie russischen Staatsbürgern, allerdings gibt es einige Einschränkungen.

Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis dürfen nicht:

  • bei föderalen Wahlen wählen oder auf föderaler Ebene für ein Amt kandidieren;
  • bestimmte Positionen bekleiden, beispielsweise im Staatsdienst oder als Kapitän eines Schiffes;
  • Mutterschaftskapital erhalten;
  • ohne entsprechende Melde- bzw. Wohnsitzregistrierung in Russland leben;
  • sich länger als sechs Monate innerhalb eines Jahres außerhalb Russlands aufhalten.

Außerdem kann eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis bei Verstößen widerrufen werden.

Gleichzeitig ermöglicht die Aufenthaltserlaubnis:

  • in jeder Region Russlands zu leben und zu arbeiten;
  • ohne Visum nach Russland einzureisen;
  • medizinische Leistungen im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung (OMS) in Anspruch zu nehmen;
  • Sozialleistungen zu erhalten;
  • bei Kommunal- und Regionalwahlen zu wählen und für kommunale bzw. lokale Selbstverwaltungsorgane zu kandidieren.

Wann kann man eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis beantragen?

Alexei Maischew / Sputnik

Grundsätzlich gilt: Um eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis (WNSch) zu erhalten, muss man zunächst eine befristete Aufenthaltserlaubnis (RWP) erhalten und sich mit diesem Dokument mindestens acht Monate in Russland aufhalten.

Inhaber einer befristeten Aufenthaltserlaubnis zu Bildungszwecken (RWPO/TRPE) können innerhalb von drei Jahren nach Abschluss ihres Studiums eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis beantragen.

Folgende Personengruppen können eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis ohne vorherige RWP (befristete Aufenthaltserlaubnis) erhalten:

  • Hochqualifizierte Fachkräfte und ihre Familienangehörigen (die Arbeitserlaubnis wird vom Arbeitgeber beantragt);
  • Personen, die für Russland von besonderem „Interesse“ sind (das Dekret des Präsidenten Nr. 883 tritt im April 2026 in Kraft). Dazu gehören unter anderem Wissenschaftler, Sportler, bedeutende Kulturschaffende und Unternehmer;
  • IT-Fachkräfte und ihre Familienangehörigen;
  • Personen, die eine russische Hochschule mit Auszeichnung abgeschlossen haben;
  • bestimmte weitere Personengruppen. Weitere Informationen finden Sie auf der Gosuslugi-Webseite.

Der Antrag auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis kann bei einer Dienststelle des Innenministeriums (MWD) eingereicht werden.

Welche Dokumente werden für eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis benötigt?

Für den Antrag benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • Reisepass mit notariell beglaubigter Übersetzung – siehe Gosuslugi
  • Vier Passfotos (3,5 × 4,5 cm)
  • Ärztliche Bescheinigungen, die bestätigen, dass keine HIV-Infektion, gefährlichen Krankheiten oder Drogenabhängigkeit vorliegen
  • Nachweis über das Einkommen. Es muss mindestens dem geltenden Existenzminimum entsprechen. Als Nachweis können beispielsweise eine Arbeitsbescheinigung, ein Kontoauszug mit entsprechenden Rücklagen oder ein anderer Einkommensnachweis dienen
  • Wenn Sie Russland in den vergangenen drei Jahren nicht verlassen haben, benötigen Sie einen Mietvertrag oder einen Nachweis über Wohneigentum
  • Wenn Sie aus einem visumpflichtigen Land kommen, benötigen Sie zusätzlich ein Führungszeugnis
  • Nachweis über Russischkenntnisse sowie Kenntnisse der russischen Geschichte und der Grundlagen des russischen Rechts. Dafür benötigen Sie entweder eine Bescheinigung über das Bestehen der entsprechenden Prüfung oder einen Bildungsabschluss aus der UdSSR bzw. Russland.

Die Prüfungen für die unbefristete Aufenthaltserlaubnis sind anspruchsvoller als die Prüfungen für die RWP. Die Bescheinigung über das Bestehen der Prüfung ist drei Jahre gültig. Wer sich seiner Kenntnisse sicher ist, kann die Prüfungen für die unbefristete Aufenthaltserlaubnis daher bereits während der Beantragung der RWP ablegen und muss sie später nicht erneut absolvieren.

Von den Prüfungen befreit sind:

  • Teilnehmer am staatlichen Programm zur Umsiedlung von Landsleuten;
  • hochqualifizierte Fachkräfte und ihre Familienangehörigen;
  • Personen, die für Russland von besonderem „Interesse“ sind (Dekret Nr. 883);
  • bestimmte weitere Personengruppen.

Außerdem muss die staatliche Gebühr entrichtet werden. Seit dem 26. Juli 2026 beträgt sie 30.000 Rubel (ca. 300 Euro).

Die Bearbeitung des Antrags auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis dauert in der Regel 3–4 Monate.

vladans / Getty Images

Seit November 2025 gilt ein vorübergehendes Verfahren (Dekret Nr. 821) für die Beantragung einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis und der russischen Staatsbürgerschaft für Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren.

Danach können sie eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis und anschließend die Staatsbürgerschaft grundsätzlich erst erhalten, wenn sie einen Vertrag über den Militärdienst oder den Dienst beim russischen Ministerium für Katastrophenschutz (EMERCOM) unterzeichnet haben. Alternativ kann ein Dokument vorgelegt werden, das die Dienstuntauglichkeit aus gesundheitlichen Gründen bestätigt.

Das Dekret ist jedoch vorübergehend und gilt nicht für alle Personengruppen. Tatsächlich vereinfacht es insbesondere den Zugang zu den entsprechenden Dokumenten für Ausländer, die in Russland Dienst leisten.

Das Dekret gilt beispielsweise nicht für Personen, die eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis auf Grundlage einer befristeten Aufenthaltserlaubnis zu Bildungszwecken (RWPO/TRPE), als hochqualifizierte Fachkraft oder gemäß Dekret Nr. 883 erhalten.

Wie geht es weiter?

Derzeit werden unbefristete Aufenthaltserlaubnisse in Russland grundsätzlich unbefristet ausgestellt. Eine Ausnahme gilt für hochqualifizierte Fachkräfte: Ihre Aufenthaltserlaubnis ist zunächst an die Gültigkeitsdauer ihrer Arbeitserlaubnis gebunden. Nach zwei Jahren können sie jedoch ebenfalls eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erhalten.

Nach fünf Jahren Aufenthalt in Russland mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis kann die russische Staatsbürgerschaft beantragt werden.