Wie man im Jahr 2026 eine befristete Aufenthaltserlaubnis in Russland erhält

Pressmaster / Getty Images
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Eine befristete Aufenthaltserlaubnis ist der erste offizielle Schritt für Ausländer auf dem Weg zu einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis und der russischen Staatsbürgerschaft. Wir erklären Ihnen detailliert, wie Sie diese erhalten und was als Nächstes zu tun ist.

Was ist eine befristete Aufenthaltserlaubnis (RWP/TRP)?

Kirill Kalinnikow / Sputnik
Kirill Kalinnikow / Sputnik

Wenn Sie nach Russland ziehen möchten, um dort legal zu leben und zu arbeiten und später die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten, besteht der erste Schritt in der Regel darin, eine befristete Aufenthaltserlaubnis („Rasreschenije na wremennoje proschiwaniye“, RWP/TRP) zu beantragen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um einen Stempel im Reisepass.

Die RWP berechtigt Sie dazu:

  • ohne Visum und ohne Patent oder Arbeitserlaubnis zu arbeiten – einschließlich der Möglichkeit, ein eigenes Unternehmen zu gründen;
  • ein Mehrfachvisum für vorübergehend Aufenthaltsberechtigte zu erhalten und damit die russische Grenze zu überqueren;
  • medizinische Leistungen im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung (OMS) in Anspruch zu nehmen;
  • Sozialleistungen und staatliche Zahlungen zu erhalten (ausgenommen Mutterschaftskapital).

Allerdings gibt es auch einige Einschränkungen:

  • Sie dürfen grundsätzlich nur in der Region leben und arbeiten, in der Ihre RWP ausgestellt wurde. Ein Wechsel in eine andere Region ist nur mit Genehmigung des Innenministeriums (MWD) möglich.
  • Sie können sich innerhalb Russlands frei bewegen, dürfen das Land jedoch insgesamt nicht länger als 180 Tage innerhalb eines Jahres verlassen.
  • Die RWP ist drei Jahre gültig und kann nicht verlängert werden.
  • Der Antrag auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis (WNSch) muss spätestens vier Monate vor Ablauf der RWP gestellt werden.
  • Wenn Sie keinen Antrag auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis stellen und Ihre RWP abläuft, müssen Sie Russland verlassen. Sie können später erneut einreisen und wieder eine RWP oder eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis beantragen.
  • Bei der Beantragung nach dem allgemeinen Verfahren benötigen Sie eine Quote, die für jede Region die maximale Anzahl der zu erteilenden RWP festlegt.
  • Außerdem müssen Sie Prüfungen in Russisch, russischer Geschichte und den Grundlagen der russischen Gesetzgebung ablegen.

Allgemeine Hinweise zur befristeten Aufenthaltserlaubnis

Alexander Demjantschuk / TASS
Alexander Demjantschuk / TASS

Grundsätzlich kann jeder Ausländer mit ausreichenden Russischkenntnissen eine RWP im Rahmen des Quotenverfahrens beantragen. Allerdings ist die Zahl der verfügbaren Plätze sehr begrenzt. Im Jahr 2026 werden landesweit nur 3.802 Aufenthaltserlaubnisse im Rahmen der Quote vergeben, davon 500 in Moskau.

Das Verfahren zur Beantragung einer RWP im Rahmen der Quote umfasst:

  • Antragstellung auf Teilnahme an der Quotenvergabe – ein Musterformular ist online verfügbar. Der Antrag wird bei der zuständigen Migrationsbehörde des Innenministeriums in der gewünschten Region oder bei einem Migrationszentrum eingereicht, beispielsweise beim Migrationszentrum in Moskau.
  • Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen: Reisepass, Migrationskarte, Meldebescheinigung, ärztliche Bescheinigungen sowie – für Staatsangehörige visumpflichtiger Länder – ein Führungszeugnis.
  • Ablegen der Prüfungen in Russisch, russischer Geschichte und den Grundlagen der russischen Gesetzgebung. Beispielfragen für den Test finden Sie online.
  • Fingerabdruckabgabe
  • Zahlung der staatlichen Gebühr: 15.000 Rubel (ca. 150 Euro, Stand: 26. Juli 2026).

Weitere Informationen zu den erforderlichen Unterlagen finden Sie auf der Gosuslugi-Webseite.

Befristete Aufenthaltserlaubnis ohne Quote

Allerdings gibt es einige Ausnahmen. Eine RWP kann in bestimmten Fällen auch ohne Quote beantragt werden, zum Beispiel:

  • Bei einer Umsiedlung nach Dekret Nr. 702 zu den „traditionellen Werten“ (mehr dazu hier). In diesem Fall müssen keine Prüfungen abgelegt werden. Für die spätere unbefristete Aufenthaltserlaubnis (WNSch) sind die Prüfungen jedoch weiterhin erforderlich.
  • Bei einer Umsiedlung nach Dekret Nr. 883 (für Wissenschaftler, Sportler und bedeutende Kulturschaffende) ab April 2026. Auch hier entfällt die Prüfung.
  • Im Rahmen des staatlichen Programms zur Umsiedlung von Landsleuten, wenn man selbst oder nahe Angehörige auf dem Gebiet Russlands bzw. der Sowjetunion geboren wurden.
  • Wenn Sie seit mindestens drei Jahren mit einem russischen Staatsbürger verheiratet sind.
  • Wenn Sie Militärdienst in Russland geleistet haben bzw. einen entsprechenden Dienstvertrag abgeschlossen haben.
  • Wenn Sie eine RWP zu Bildungszwecken beantragen (RWPO – „Razreschenije na wremennoje proschiwaniye w zeljach obrasowanija“).

Vorübergehende Aufenthaltserlaubnis für Bildungszwecke

Dies ist eine befristete Aufenthaltserlaubnis zu Bildungszwecken (RWPO) für internationale Studierende, die Vollzeit an einer staatlich akkreditierten Hochschule in Russland studieren. Sie gilt für alle Studienniveaus – Fachstudium, Bachelor, Master, Promotion sowie Doktoratsstudium.

Natürlich kann man auch allein mit einem Studentenvisum in Russland studieren. Die RWPO bietet jedoch zusätzliche Vorteile:

  • Die RWPO ist für die gesamte Dauer des Studiums sowie weitere 180 Tage nach dem Abschluss gültig.
  • Inhaber einer RWPO dürfen während ihrer studienfreien Zeit legal arbeiten.
  • Nach dem Abschluss können RWPO-Inhaber innerhalb von drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis (WNSch) im vereinfachten Verfahren beantragen.

Für die RWPO ist kein Nachweis über Russischkenntnisse erforderlich – die Immatrikulation an einer entsprechenden Hochschule genügt.

Die staatliche Gebühr entspricht der für eine reguläre RWP und beträgt 1.920 Rubel (ca. 20 Euro).

Weitere Informationen zu den erforderlichen Unterlagen

Was kommt als Nächstes?

Alexei Kudenko / Sputnik
Alexei Kudenko / Sputnik
  • Innerhalb von sieben Werktagen nach Erhalt der RWP müssen Sie Ihre tatsächliche Wohnadresse beim Innenministerium der Russischen Föderation (MWD) registrieren lassen.
  • Jedes Jahr müssen Sie innerhalb von zwei Monaten nach Ablauf des jeweiligen Jahres, gerechnet ab dem Ausstellungsdatum der RWP, eine Meldung über die Bestätigung des Aufenthalts beim MWD einreichen. Dabei müssen Sie auch Unterlagen vorlegen, die Ihr Einkommen nachweisen. Dieses darf nicht unter dem regional geltenden Existenzminimum liegen.
  • Nach acht Monaten mit einer RWP können Sie eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis (WNSch) beantragen. Damit machen Sie den zweiten Schritt auf dem Weg zur russischen Staatsbürgerschaft.

Nützliche Apps

In Russland können Bürgerinnen und Bürger zahlreiche staatliche Dienstleistungen über das Portal „Gosuslugi“ nutzen. Auch für ausländische Staatsangehörige gibt es eine entsprechende App – „RuID“.

Wenn Sie aus einem visumfreien Land nach Russland einreisen, müssen Sie Ihre Ankunft über diese App anmelden. Außerdem können Sie über RuID prüfen, ob gegen Sie ein Einreiseverbot besteht, und ein digitales Profil für die Nutzung staatlicher Dienstleistungen erstellen.