Völker Russlands: Karatschaier
Die Karatschaier sind ein indigenes, turksprachiges Volk des Nordkaukasus. Etwa 226.000 von ihnen leben in Russland, die meisten davon in der Republik Karatschai-Tscherkessien. Sie bekennen sich zum sunnitischen Islam.
Die Karatschaier bilden im Wesentlichen ein einziges Volk mit den Balkaren, die in der benachbarten Republik Kabardino-Balkarien leben. Gemeinsam nennen sie sich „Taulula“, was aus der karatschai-balkarischen Sprache übersetzt „Bergbewohner“ bedeutet. Die alten turksprachigen Nomaden, die Polowzer, spielten eine Schlüsselrolle in ihrer Ethnogenese.
Die Karatschaier haben schon seit jeher hervorragende Fähigkeiten in der Vieh- und Pferdezucht. Die anspruchslose, robuste und wendige Karatschai-Pferderasse gilt heute als eine der besten im Nordkaukasus. Sie wird nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt, sondern spielt auch eine wichtige Rolle im Reittourismus.
Die Küche der Karatschaier ist bekannt für ihre traditionelle, hausgemachte Wurst Kyyma („къыйма“), die aus ausgewähltem Pferde- oder Rindfleisch hergestellt wird, den Byschlak-Käse („бышлакъ“) und die reichhaltige Fleischsuppe Schorpa („шорпа“). Ein beliebtes Gericht der Karatschaier sind „chytschiny“ („хычины“), runde Pfannkuchen gefüllt mit Fleisch, Käse, Kräutern und Kartoffeln.