Wie eine sowjetische „Wunderpflanze“ zu Russlands gefährlichstem Unkraut wurde
Auf den ersten Blick wirkt der Sosnowski-Bärenklau harmlos. Doch er gilt als eine der gefährlichsten Pflanzen Russlands.
Diese nach einem russischen Botaniker benannte Art wurde in den 1940er Jahren im Kaukasus entdeckt. Sowjetische Agronomen schlugen vor, sie als Silagepflanze zu verwenden: Sie wuchs schnell und war frostbeständig. Der Bärenklau wurzelte überall leicht und vermehrte sich rasant.
Es stellte sich jedoch heraus, dass die Pflanze aufgrund von Furanocumarinen (organischen Verbindungen mit hoher biologischer Aktivität) extrem gefährlich ist: Berührt man den Stängel oder gelangt der Pflanzensaft auf die Haut, verursacht er schwere Verätzungen. Die Haut wird extrem lichtempfindlich, und die Wunden heilen nur sehr langsam.
Heute gilt der Bärenklau als Unkraut und invasive Art, ist aber bereits verwildert und hat sich in vielen Regionen des Landes ausgebreitet. Jeden Sommer werden Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt.
Sollten Sie den Stängel versehentlich berühren, versuchen Sie, den Pflanzensaft vorsichtig mit Wasser und Seife abzuwaschen und suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf. Verbrennungen, die 80 % der Körperoberfläche betreffen, können tödlich sein.