Wie die UdSSR auf die Atombombenabwürfe auf Japan reagierte

Universal History Archive/Universal Images Group/Getty Images
Universal History Archive/Universal Images Group/Getty Images
Die einfachen Bürger wussten so gut wie nichts über sie, aber die Staatsführung war schockiert.

Am Morgen des 6. August 1945 warf ein amerikanischer B-29-Bomber die Uranbombe „Little Boy“ auf Hiroshima ab. Die Explosion tötete 80.000 Menschen, weitere 160.000 starben kurz darauf an den Spätfolgen. Drei Tage später traf ein ähnliches Schicksal Nagasaki.

Mit diesen Ereignissen begann das Atomzeitalter. Die Bevölkerung der Sowjetunion nahm dies jedoch kaum wahr. Die sowjetische Presse berichtete über die Atombombenabwürfe lediglich knapp und sachlich, ohne das Ausmaß des Ereignisses näher zu schildern.

Gleichzeitig war die Staatsführung schockiert. Dank ihrer Quellen innerhalb des Manhattan-Projekts wusste sie zwar schon lange, dass die Amerikaner an verheerenden Waffen arbeiteten, doch das Ausmaß war ihr nicht bewusst.

Stalins Tochter Swetlana Allilujewa erinnerte sich, dass sie, ihr Vater und seine engsten Vertrauten sich während der Bombenangriffe in ihrer Datscha aufhielten: „Alle waren damit beschäftigt, und mein Vater schenkte mir kaum Beachtung.“

Der Kreml ordnete umgehend die Beschleunigung der Entwicklung eigener Atomwaffen an. Am 20. August 1945 wurde ein Sonderausschuss unter der Leitung von Lawrenti Berija gegründet, der „alle Arbeiten zur Nutzung der intraatomaren Energie von Uran“ überwachen sollte.

Stalin und Berija forderten, dass die Bombe so stark wie die amerikanische sein sollte. Die auf Nagasaki abgeworfene Atombombe „Fat Man“ hatte eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT.

Am 9. August 1949 testete die UdSSR in der Nähe von Semipalatinsk in Kasachstan ihre erste Atombombe vom Typ RDS-1 mit einer Sprengkraft von 22 Kilotonnen TNT.

Mehr lesen