Wozu einen „Fortel“ werfen – und was hat das mit dem Militär zu tun?
„Fortel“ stammt vom deutschen „Vorteil“ oder dem polnischen „fortyl“ ab, was hier „Trick“, „Masche“ oder „Kniff“ bedeutet. Im Russischen wurde der Begriff leicht angepasst. Ursprünglich war er im Militär gebräuchlich. Dort bezeichnete „Fortel“ ein „kluges Manöver“ oder eine „militärische List“. Auch in der Kunstwelt fand der Begriff Verwendung, wo er einen raffinierten Theatertrick beschrieb.
Im 19. Jahrhundert war das Wort „fortel“ fester Bestandteil der russischen Literatur geworden. Michail Saltykow-Schtschedrin verwendete es besonders gern. In der Erzählung „Tagebuch eines Provinzlers in Petersburg“ gibt der Protagonist folgenden Rat: „Oder noch ein Fortel (hier: Trick; Anm. d. Red.). Wenn du in einer Sackgasse steckst, wenn du spürst, wie deine Zunge zu erstarren beginnt, dann schreibe kühn: wir sprechen ein andermal darüber – und dann: Stille!“
Das Wort fand im lokalen Kontext so großen Anklang, dass es im Laufe der Zeit zur Beschreibung jeglicher Exzentrizität oder Eigenartigkeit verwendet wurde.