Wie ist das Klima in Russland?
Russland umfasst vier Klimazonen – Arktis, Subarktis, gemäßigte Zone und Subtropenzone. Dies macht das Klima in Russland unglaublich vielfältig.
1. Arktische und subarktische Zonen: Der Rand der Kälte
Schneefall in Norilsk
Die nördlichsten Regionen Russlands liegen in der arktischen und subarktischen Klimazone. Die Winter dort sind äußerst streng, die Sommer kurz und kühl. Auch in hohen Breitengraden treten polare Tage und Nächte auf.
Der klimatische Winter beginnt meist im Oktober, manchmal bereits im September. In den nördlichsten Städten wie Norilsk, Woroschilowgrad und Pewek schmilzt der Schnee im Sommer manchmal nur sehr wenig. Die Durchschnittstemperatur in Norilsk liegt im Juli und August bei etwa +14 °C, während sie im Winter – also fast das ganze Jahr über – bei etwa -26 °C verharrt.
Trotzdem kann es im Sommer zu Hitzewellen kommen, bei denen die Temperaturen bis zu 30 °C steigen. Diese Temperaturen halten meist nur einige Tage an, bevor der Herbst abrupt einsetzt.
2. Gemäßigte Zone: von Regen zu Schnee
Moskauer Kreml
Der größte Teil Russlands befindet sich in der gemäßigten Klimazone, die in verschiedene Klimatypen unterteilt ist: gemäßigt kontinental (der europäische Teil Russlands bis zum Ural), kontinental (bis Krasnojarsk sowie Kalmückien und die Region Astrachan), stark kontinental (der größte Teil Jakutiens), maritimes Klima (Kamtschatka) und gemäßigtes Monsunklima (Region Primorje, Sachalin).
Im Landesinneren, einschließlich Moskau, sind die Winter kalt. Die Durchschnittstemperatur im Januar liegt bei etwa -6 °C, kann aber auch bis zu -20 °C erreichen, wobei die Extremwerte im Vergleich zum Norden weniger ausgeprägt sind. Die Sommer sind warm und feucht, mit Temperaturen im Juli und August von bis zu +20 °C.
Aufgrund des Einflusses der Ostsee haben Kaliningrad und Sankt Petersburg ein milderes Klima. Die Durchschnittstemperaturen sind ähnlich wie in Moskau, jedoch ohne starke Schwankungen, und die Winter sind milder. Außerdem fällt dort häufig Regen.
In Nowosibirsk liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei -17 °C und im Juli bei +19 °C.
In Wladiwostok beträgt die Durchschnittstemperatur im Juli und August etwa +17 °C, im Januar dagegen -12 °C. Im Sommer sorgt das Monsunklima für häufige und heftige Regenfälle.
3. Subtropen: Wärme und Sonnenschein
So sieht Sotschi Mitte Januar aus
Nur an der Schwarzmeerküste in Russland findet man ein subtropisches Klima. Zu dieser Region gehören die Kurorte Sotschi, Anapa, Gelendschik und weitere Städte und Orte. Schnee ist hier selten und fällt nur gelegentlich, was stets ein besonderes Ereignis ist. Das Klima ist insgesamt mild und angenehm. Die Durchschnittstemperatur in Sotschi liegt im Juli und August bei etwa +24 °C, im Januar bei etwa +6 °C.
4. Temperaturrekorde
Eine Stierskulptur, die den Winter symbolisiert, im Dorf Oimjakon im Osten Jakutiens bei −39°C
Die niedrigsten Temperaturen wurden in Jakutien, im Dorf Oimjakon und in der Stadt Werchojansk (ca. -67 °C) gemessen. Diese Orte werden oft als „Kältepole“ bezeichnet.
Die höchsten Temperaturen werden in den Siedlungen Kalmückiens gemessen, wo sie meist +45 °C erreichen.
Darüber hinaus unterscheiden sich Regionen mit kontinentalem und stark kontinentalem Klima generell in ihren Temperaturbereichen. Die Sommertemperaturen in Jakutien liegen oft über +30 °C, während die Winter in Kalmückien sehr kalt und windig sind.